Gut, also wer dieses Album noch kennt, muss bei Fingernagel Jantzmeyer noch aufen ollen Sofa übernachtet haben.
Hab ich mir für diesen Beitrag auch mal bei iTunes geladen. Meine Schwiegereltern haben mir einen iPod geschenkt. Andere Jungs kriegen von ihren Schwiegereltern nicht mal die Frau zum Bankett.
Staying Alive - es war schon wieder in 2007 als ich bei Juri in der Toskana am Pool saß - soeben zwei eiskalte Bier den Hügel zum Bassin hochgeschleppt und Frau Antje zuprostend einen Artikel im Spiegel über die IKB las.
Das war 2007 und was da zu diesem Zeitpunkt drin stand, war schon furchterregend genug. Aber jetzt mal ehrlich, diese Leute wurden schon zu dem Zeitpunkt plakatiert wie weiland Vietor und die Neue Heimat.
Das zeigt schon mal, was der Spiegel an Macht eringebüsst hat.
Brachte dieser damals die Mißwirtschaft in den Gewerkschaftskonzernen und letztlich die Konzerne selbst, NH, COOP, BfG zu Fall ist es heute scheiß egal, ob jemand feststellt, dass einer Mist baut, zum Schaden der Allgemeinheit.
Und weil wir mit der Einbindung der 68er, der Schröders und der Cohn-Bendits aufgehört haben zu protestieren, können dieselben Leute, auf die ich beim Pissen in einem toskanischen Olivenhain 2007 ausgespuckt habe, 2008 die Kiste derart an die Wand fahren, dass sie einem Konzern, der Pleite ist, nochmal junkiehaft eine Milliardennadel nachschießen. Ungestraft - während irgendein Hundt aus Stuttgart über Hartz IV Empfänger lamentiert. Da kriegt der Name LehmanBrothers doch noch mal einen ganz anderen Geschmack.
Eine komplett faule, arbeitsscheue und unaktive Gesellschaft wird in Jahren nicht zerlegen, was diese Heuschrecken verbrochen haben. Wollen wir aber nicht biblisch werden, denn diese Leute kennen keine Gott, nur sich selbst.
Unflexibles und arbeitsscheues Volk ist mir auch zu Wider, aber noch mehr widert mich gesellschaftsverachtendes und kapitalisiertes Management an. Wenn früher einer die Brunnen der Leute vergiftet hat, um sein Wasser für einen besseren Preis zu verkaufen, was hat man dann mit dem gemacht!
Wir sind so zivilisiert, dass wir uns ein Strafrecht leisten, das bisweilen nicht bestraft. Und wenn es dann doch mal so weit kommen könnte, zieht sich die Chefanklägerin in der Gaststätte ZumWinkel solange in Ruhe ein paar Cherry rein, bis die Frist zur umfassenden Anklagestellung verstrichen ist. Nicht sehr vertrauensbildend und schon gar nicht beispielhaft für alle anderen Bürger. Aber geht es darum überhaupt noch. Als Bürgergesellschaft zusammem zu leben und gemeinsam zu gestalten?
Und deshalb Staying Alive. Ich hoffe, dass nochmal eine Generation folgt, die die Sache in die Hände nimmt und in 2009 niemand weiterhin auf die Idee kommt von den Leuten, die 2008 bestimmt haben, von Leistungsträgern zu sprechen.
Deshalb aber auch Accept, denn den Laden wollen wir ja nicht über den Haufen werfen, schließlich steht 2010 eine Weltmeisterschaft vor der Tür, da muss man gewisse Leute fit halten. Stell dir mal vor, der rotgewandete Frosch von Kanzlerrn hüpft nicht über den Schoß vom greisen Mandela und bietet sich in Unkenntnis von Willen und Leidenschaft dem Berlusconi im Halbfinale an. Denn von Hinten mag die es ganz bestimmt nicht, von da kommt sie meist selbst.
Und deshalb ende ich in diesem Jahr noch mal und was sonst mit Fußball.
Mit Alexander Baumjohann und Markus (sic!) Marin. Ob die zu Bayern gehen oder bleiben, ob die den IQ eines Quastenflossers übertreffen oder dazu beitragen, das meine Mannschaft, meine Borussia - hatte ich schon erwähnt, dass meine Schwiegereltern mir ein Borussentrikot geschenkt haben, das heimwertige! - in der 1. Fussball Bundesliga bleibt, diesen beiden sei gesagt für die Ewigkeit:
Und wenn wir heute das Spiel verlieren, darauf kommt es nicht an und ob das irgendjemand hier sonst kapiert, ist für uns nicht interessant.
Boruss' bin ich und sag's mit Stolz
ich schwörs mit Herz und Hand.
Drum zieht sich auch um meine Brust
das schwarz-weiß schönste Band
Wir sind ein einig Volk von Brüdern
Hipp-Hipp Hurra Borussia
Drum singen wir es immer wieder
Hurra-Hurra Borussia
Und bevor jetzt Blücher wieder über die Franzosen herfällt, wünsche ich mir für 2009, dass alle Menschen, die ich liebe, gesund und bei Kräften bleiben, dass wir Arbeit haben und nicht verzagen, dass Liebe uns trägt und nicht zuerst aber ziemlich am Anfang, dass Hans Meyer und Ruud Kaiser mit ihren Mannschaften die Klasse halten.
Hurra, Hurra
Borussia
fohlenelf11 - 31. Dez, 17:49
Zum endlich Schluss des Jahres, habe ich daselbst mir 'ne neue Scheibe bei iTunes geladen. Death or Glory von Running Wild.
True British Steel Speed Metal, der Sänger der Combo heißt übrigens Rock'nRolf und auch ansonsten sind die Jungs zwar nicht Judas Priest und die Scheibe gab's für weniger als 30 Silberlinge.
Platt soweit? Gut, dann noch ein paar Gedanken von mir zum Jahreswechsel.
Als 2008 raketenhaft heraufschoß stand ich mit der wundervollsten Frau der Welt auf dem Balkon und wir prosteten uns zu. 2007 war kein gutes Jahr und deshalb ein schlechteres unter all den anderen und vorherigen Jahren.
Dieses postfötale Elend verabschiedend ließ es sich wirklich gut anprosten und auf Besserung warten.
2008 wurde eine feste Zeit. Ein Jahr, das - kaum war es angefangen - hielt, was es versprach. Mit einigen wirklichen Höhepunkten.
Manche ganz für mich allein und manche in der Art und Weise, wie ich es nicht gedacht hätte, dass es noch so sein könnte. Eine Jugendfreizeit auf ChampionsLeague Niveau. Nicht so ein Hacke Spitze, sondern mit LodaMatt als Libero, Günther Hermann solide auf den Flügeln und Wynton Rufer im Sturm. Eine großartige Zeit, die wiederholt werden wird, mal wieder.
Und für jeden Fall Deutschland-Portugal. Dieses Spiel war ein Inferno, eine Abstrafung des schönen Fussballs und der lichteste Moment einer noch ungekrönten Gemeinschaft. Aber nicht das Spiel selbst, das Wo ich es gesehen habe, war das Besondere in der Erdinger Sports Bar am FJS, während ich waretete, dass Antjes Flieger aus London landete.
Draußen standen 6000 beim Public Viewing. Nichts für mich. Fußball ist eine zu ernste Sache als mit Nüchternen am selben Tisch zu sitzen, zu stehen oder zu singen. Was ich brauchte war ein Handy, um meinen Bruder jederzeit zu erreichen, einen Barkeeper, der ungefragt nachschenkte, einen uneingeschränkten Blick auf den Bildschirm und Leute, die nicht glauben wollten, was sie da sahen, was ich selbst aber schon immer wusste. Erdinger Sports Bar.
Ach ja und natürlich eine Mannschaft, die sich vorgenommen hatte deutsch zu spielen. Schnell, schnörkelos, kompromisslos in den Zweikämpfen und - was den deutschen Fußball elementar vom ebenfalls wundervollen englischen Fußball unterscheidet, am Ende siegreich. Ein Abend wie ein Traum. Wer Fussball liebt wird auf Jahreslebens wissen an welch großartigem Ereignis er teilgenommen hat.
Nicht die drei Tore und nicht das schnelle Umschalten zwischen riegeln und rollen, eine, nein zwei ganz andere Szenen zeigten die semi-brasilianische Immigranten-Truppe an diesem Tag chancenlos. Erstens Arne Friedrich, nach 60 Sekunden von Ronaldo getunnelt, zum einzigen Mal und diesen fürderhin ablaufend und beherrschend wie der lauwarme Westwind Amerigo Vespucci. Und dann Mitte der zweiten Halbzeit als es noch nicht notwendig war Legenden um Michael Ballacks Annäherungsversuch an den Chelsea Kollegen Ferreira zu spinnen. Vielleicht will der Chemnitzer ja wirklich bei dem im Dachgeschoss einziehen und probte schon mal die Tragfähigkeit, was den IV eindeutig für zu leicht befunden am Boden zerstört zurück ließ.
Nein die wirklich zauberhafteste Szene, kulturell und nicht zuletzt auch erotisch, zeigte einen Freistoss von Halblinks 22, 23 Meter Torentfernung. Schon die Ballablage zelebrierte er, musste dabei an sich schon wegen Zeitspiels verwarnt werden, so lange fummelte der an dem Spielgerät, in der Zeit ersetzt mancherChirurg drei Herzen und eine Leber.
Dann den Kopf nach oben pfauenhaft den Hals dreimal vor und zurückschiebend wie anno '90 Olaf Thon beim dritten Elfer gegen Shilton und dannn, ein Wahnsinn. Die Hüfte versteifend, den Schwanz die schon aufgebockte Kuh fixierend, machte er eins, zwei, drei Schritte - bei all dem Tamtam immer noch unverwarnt, zurück. An der Mittellinie kreischen Peter,Paul und Mary sich die Seele aus dem Leib, als würde Paul Mc Cartney barfuß über den Acker schweben und John Lennon sich zeitgleich als außerirdischer outen. Was dieser ja immer war, wie man heute sicher weiß.
Dann bilden seine beiden Beine ein umgekehrtes Pfau, die Brust wird vorgeschoben und gerade als Jenne Lehmann sich gelangweilt eine Marlboro zwischen die Mundwinkel steckt und am linken Pfosten Platz nimmt läuft er, der Ronaldo los und schießt den Ball soweit am Kasten vorbei, dass der Luftzug gerade noch ausreicht dem Lehmann das Streichholz auszupusten. Nach all dem Tamtam den der Beau ausgelöst hat, war die Szene einfach nur wohltuend und es konnte wieder Fußball gespielt werden.
Jedenfalls dieses Spiel war Running Wild und nebenbei mit dem Spiel der Dutch gegen die Francaise das Beste der EM. Immerhin.
Das Spanien Europameister werde könnte, hätte ich nicht im Traum erwartet. Zum zweiten Mal fehlte der deutschen Manschaft der Punch im entscheidenden Momet und ob Grosso oder Torres, wieder waren es individuelle Fehler, die das Kollektiv niederstreckten. Dolchstoß. Unverständlich angesichts der Qualität im Kader und der scheinbar angeborenen Turnierbereitschaft.
Jedenfalls bis dahin war 2008 ein wirklich gutes Jahr und den Rest betrachten wir morgen mal nüchtern. Sozusagen als Freddy Frinton für Frühaufsteher und Spätleser.
fohlenelf11 - 30. Dez, 21:43
Oberhalb des ganzen Jahres gibt es eine Zeit, die außerhalb aller übrigen Jahreszeiten liegt.
Jedenfalls glaubte Hinnak Klausmütz das damals. Zu der Zeit, wo er noch jedes Wochenende vermeindlich unbeschwert zwischen weißer Schokolade und Pfannkuchen, die sich vor Eiern in der Pfanne bogen, verbrachte, kroch er jedesmal gleich nach dem Aufwachen in die schweren Federbetten seiner Großeltern.
Zuerst bei der Oma und wenn die aufgestanden war, um unten in der Küche Feuer zu machen, bei seinem Großvater.
Geschichten konnten sie beide erzählen und wenn es darum ging, diese Geschichten auch zu überprüfen, dann sagte Opa immer, das machen wir zwischen Weihnachten und Neujahr.
Zwischen Weihnachten und Neujahr musste eine ganz besondere Zeit sein, mindestens endlos bei allem was Hinnak und sein Großvater Hagen, da alles unternehmen wollten.
Mindestens würden sie nach Klittentitt fahren. Klittentitt war - ähnlich wie zwischen Weihnachten und Neujahr - ein unsagbarer, unvorstellbarer Ort, der irgendwo zwischen dem Paradies und der endlosen Weite aller Cowboys liegen musste. Dorthin ging es fast jedes Wochenende für Großvater, denn wenn Hinnak ihn fragte, wo er denn hin wollte, dann fuhr er meist nach Klittentitt.
Eigentlich wollte Hinnak nicht nach Klittentitt, sondern nach Thüringen, wo der Bruder von Opa wohnte. Der hatte ihm nämlich das tolle Spielzeuggewehr, einen richtigen Henry-Stutzen wie Old Shatterhand ihn hatte, geschenkt. Zwischen Weihnachten und Neujahr würden sie das machen. Sie wollten mal zusammen zu de anderen Großeltern fahren und in Ruhe durch den nahegelegenen Wald gehen.
Zwischen Weihnachten und Neujahr wäre für alles Zeit, was sonst über das Jahr liegen bleibt.
Großvater Hagen ist längst für immer liegen geblieben und Klittentitt als eine schummrige Kaschemme in der Nähe von Bederkesa enttarnt. Aber bis heute denkt Hinnak zwischen Weihnachten und Neujahr an den Zauber dieser Tage, in denen die Zeit nichts zählt und die Welt inne hält, nicht atemlos nur sanfter.
Diese Tage möchte er festhalten können; nicht nur zwischen Weihnachten und Neujahr.
fohlenelf11 - 28. Dez, 15:50
Offenbar muss meine Prostata fussballerisch neu justiert werden.
Auf die Winterpause
Slontje
fohlenelf11 - 15. Dez, 14:18
Wenn du Fan du bist, ist alles anders. Als Fan bist du kein Konsument. Du kaufst etwas, doch der Inhalt interessiert dich nicht primär. Erfolg oder Verlust, Gewinn oder Niederlage nichts von beidem ändert etwas an deinem Dasein als Fan.
Generös Gossenschlau war unzählige Male im Stadion, die meisten Tore fielen gegen seine Mannschaft.
Im Gegenteil - eines der geilsten Spiele seines teils fanbestimmten Lebens hat er in der Niederlage erlebt. Das geht natürlich nur - wie so oft - gegen die unbarmherzigen Bayern. Sie hätten an diesem Tag in Person von Claudio Pizarro, Michale Ballack oder Alexander Zickler barmherziger sein können. 3:0 zur Pause.
Direkt nach Wiederanpfiff haut Vaclav Sverkos im alten Olympiastadion dem Kahn einen Elfer um die Ohren und nur 2 Minuten später versenken wir, ich weiß nicht mehr wer es war, wirklich nicht, sonst weiß ich immer soviel, den Ball zum 2:3. In München. Borussia rennt an. Die ganze Mannschaft brennt jetzt, warum, auch immer. Ein Angriff nach dem anderen rollt. Die Tribüne bebt. Die Masse ist elektrisiert, sieht Bernd Korzinietz zum Eckball gehen. Der legt den Ball hin, wendet sich zum Block, zu uns einigen 8000 und hebt die Arme. Da dachte ich das Stadion bricht zusammen. Im Gegenzug macht Pizarro das 4:2. So grausam, so geil ist Fußball. Diesen einen Moment aber vergesse ich niemals mehr im Leben.
Heute Abend gehen wr in Dortmund raus. Wenn wir Glück haben, sind nur 70000 in der Hütte.
Warum ich glaube, dass wir heute gewinnen? Keine Ahnung. Und wenn wir verlieren, auch egal.
Es ist egal ob wir das Spiel verlieren, denn darauf kommt es nicht an und ob das irgendwer hier sonst kapiert ist für uns nicht interessant.
Aber heute gewinnen wir. Ich spür's beim Pissen.
fohlenelf11 - 12. Dez, 18:09
Fredi Gram sehnt sich heute nach einem Stück Adventskalender.
Er wünscht sich so eine kleine Klapptür, hinter die er schlüpfen kann und wo nichts als Schokolade auf ihn wartet. Wenn er nach Hause kommt, soll die Wohnung schon schön warm sein und nicht von unten klammgehaucht. Kerzen sollen brennen und unter der Dachschräge sammeln sich die Spiegelfeuer, vereinen sich schweigend zu umschlungen Tanzenden.
Elektrisiert hechtet Fredi durch die Wohnungstür und reißt sich den Mantel von den sacken Schultern, bleibt an der Brieftasche hängen, wie immer und müht sich, auf einem Bein schwankend, die Schuhe von den Ballen zu schälen. Alles zugleich und pausenlos.
Was ist das für ein Refugium, vor dem der Tag nicht halt macht. Das am Abend wie am Morgen angezogen rausgeputzt kalt und unbewohnt ist. Schlafstatt für elektrisierte. Ein Platz direkt vor der Arbeit und nicht danach.
Fredi packt es kalt, irgendwo unterhalb der linken Schulter und zieht von da den Nacken hinauf, irgendetwas ist immer zu tun.
Eingeträumt hat er sich und jedes in einen Kokon gesponnen, in dem das alles verborgen liegt, sogar das woran er gerade am liebsten denken möchte. Eigentlich sogar das, was er denkt, bevor er es denkt. Ausgesponnen würde es ein anderes Bild ergeben, eines das irreal und unharmonisch wäre, abseits von der Kälte um Schultern und Nacken.
Fredi müht sich und kriegt die Wohnung einfach nur nicht warm. Das ist alles. Bleibt noch die Suche nach seinem Türchen. Zum verstecken und kuscheln in einem Bettchen aus Schokolade. Irgendwas das sich anhört und anfühlt wie Stecker raus.
fohlenelf11 - 10. Dez, 19:35
Im Gespräch zwischen Hohenfels Eidgeborn und Brennja Drechselmann ging es endlich mal nicht um die Bänker, die Manager, die Bosse, die Selbstbediener und übrigen vertrauensverlorenen.
Nun scheint sonnenklar, dass es dann ja wohl um Gesine oder Else gehen musste, die vergessenen, die Zwangsprodukte unserer sozialen Markwirtschaft am Anfang und Ende von Leben und Wirken, gemeinsam Schwächlinge zwischen uns hochnäsig strebsamen.
Doch sitzend auf einer Parkbank, die Füße übereinandergelegt und den Rücken entspannt gegen die Rückwand gestreckt, reden, nein schwadronieren sie beide über - sich selbst.
Hohenfels, ehrbarer Grundschullehrer, Mittelsmann und Vorsitzender der Stillen Stützer Gemeinnutz Allemann und Brennja, Sarg- und Möbeltischler wie es viele gibt, mit kleinem Garten, Haus und Zaun, einfach so - A-Klasse.
Diesen beiden ist Gutes wiederfahren, heute am 09.12.2008.
Denn wann einmal waren sie an der Reihe; wenn es ums Zahlen ging - da, ja da hat man an sie als Erste gedacht. 30 Euro weniger hier und 0,5% mehr da und nebenbei am Ende reichlich mehr von nichts.
Gewißheit vor dem Ungewissen. Nicht so wie Papa am Ende der Reise vorm Kamin, die Enkel jeden zweiten Sonntag und die DomRep im Winter und Malle wann immer er will? Vorbei.
Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.
Ja wie denn! wie oft hat sich Hohenfels echauffiert! Wie denn! Alles zieht es einem weg, für das man geht Tag für Tag und dann muss man noch voller Zuversicht sagen, es geht einem gut, es gibt andere, denen geht es schlechter.
Ja und! prozt Brennja. Schon immer protzt er. Ja und! Einreißen das alles, alles einreißen und alle an die Wand! das Pack! gottloses Gesindel! unethische Möbelpacker! Die ziehen einem die Nägel aus der Tasche noch bevor man den letzten auf den Sarg deckeln kann. Brennja ist Promi-Revoluzzer. Promi wie Promille. Aber sonst folgsam, treu und ohne Protest.
Die beiden - denen es gemeinhin gut geht - haben Angst. Angst davor abzurutschen, irgendwo zu landen bei den Leuten, die sich fettige eklige Wurst kaufen müssen. Hineinzusegeln zu denen, die sich keine richtigen Filterzigaretten mehr leisten können und selbst wenn sie drehen nur Hafer rauchen. Abzusteigen in die Polyester-Elastan Liga. Microfaser für' n Euro bei Kik. Zukunftsangst
Diese Angst ist ein großes Übel. Ein fatales Übel. Kannst du alle Fragen. Den H.-A.Winkler in Berlin oder den Ian Kershaw in London. Die alle werden sagen, dass nichts die Lage schlimmer, explosiver, totaler machen kann, als Menschen, die vor lauter Angst es könnte Ihnen schlechter gehen, nur noch daher sagen, dass es ihnen gut geht, weil sie nicht mehr merken, wie es ihnen tatsächlich geht und deshalb nichts anderes mehr als Angst haben.
Nichts ist schlimmer als das beschleichende Gefühl irgendwan zu denen da unten zu gehören. Dahin wo man RTL 2 versteht!und nicht nur Verständnis dafür hat. Dahin wo ein bißchen Katzenpisse zum Altag gehört, damit die Wohnung nicht so abgestanden riecht. Nichtssagend zwischen Häuserwänden zu marschieren als wäre morgen so wie gestern und nichts passiert als das Warten auf das Ende der Schlange.
Hingerutschte Passivität. Plötzlich keine Gehaltsschecks mehr, die das Wesen einer Identität an jedem Monatsende aufs neue und immer wieder zeigen. Achtlos legt man ihn oft beiseite, doch innerlich radelt man, wedelt wie ein Schuljunge, jeden Monat damit nach Hause, Stolz. Das habe ich erreicht, Mutter, Frau, geliebtes Kind. Seht her. Ich zeig's euch allen.
Angst ist schlimm. Kann Berge versetzen und Gesellschaften erst zu einem Brei einen und schließlich dann zu Staub auspusten.
Da ist es gut, ein bißchen dabei zu sein. Pendlerpauschale. Wichtig, damit das Pendel und Herz des Gemeinwesens weiter schlägt und pumpt. Einmal ein bißchen dabei sein. Das reicht wieder eine Weile. Auf der Gewinner-, der Sonnenseite stehen und Männer in roten Roben sagen dir, du trägst diesen ganzen Scheiß und du trägst ihn manchmal sogar gut. Mach weiter so. Entfern' dich nicht, bleib da. Sei nicht wie die Banker, die Manager.
So banal ist es manchmal mit der recht gesprochenen Pauschal.
fohlenelf11 - 9. Dez, 19:15
Bitte, entsorgen Sie die alten Möbel über den Sperrmüll und nicht im Keller. Außerdem sind die Hausbewohner nicht dazu da, den Dreck, (ich korrigiere hier einen Fehler) den Ihre Lieferanten hinterlassen haben, wegzumachen.
Keine Unterschrift
Fand ich heute in meinem Briefkasten.
Das Schlimme an dieser Sache ist, dass diese Menschen es tatsächlich ernst meinen. Und das ist in Ordnung so.
Aber ich hasse diese Mutlosigkeit. Ich hasse sie so dermaßen.
Die Dinge, die ein Mensch tut, zu denen steht man und nichts anderes tut man damit, dass man sein Schreiben namentlich kenntlich macht.
Zumal dieser Mensch ja im Recht ist. Aber in protofaschistischer Kapomentalität ängstigt dieser Mensch sich, vor der Konsequenz seiner Handlung. Da speit es mich übel und zwar nicht, weil dieser anonayme Mensch nicht im Recht wäre, sondern weil er annimmt, das meine Freundlichkeit und Fröhlichkeit in diesem Haus zu wohnen, einen jeden zu achten und zu akzeptieren, nur gespielt sein könnten.
Es tut mit offen und ehrlich leid. Am Mittwoch kommt die Firma, die dieses so angerichtet hat, das ich sicher nicht gewollt habe, zur Begutachtung.
Mir gegenüber ist es immer leicht zu stehen, denn als Christenmensch verabscheue ich jederlei Argwohn gegen unseraller und unser Zusammenleben und bin friedlich.
Wernn es was zu sagen gibt, sag es laut und zu mir. Damit ich lernen kann es besser zu machen dich zu achten.
Anonyme Leute, was glauben sie denn, was man für solche übrig haben kann.
fohlenelf11 - 1. Dez, 20:10