Donnerstag, 22. November 2007

Immer wieder im Herbst / Immer wieder im Frühjahr

Moin. Ich hab schon wieder diese STS-Geigen an. Logger bleiben, meine Kollegen ham mich heut zu früh entlassen, was bedeutet, die Bude ist sauber, das Essen war gut und ich hab genügend Bier im Leib, um einen Wallach zum Stehen zu bringen.

Geradezu bleibt unsereinem also im Herbst und leider auch im Frühjahr nichts anderes übrig als intelligenten Menschen derart zu begegnen, dass sie denken und fühlen müssen: "Was sind die in dem Autokonzern doch für Arschlöcher."

Und zu Recht!

Nehmen wir doch einmal beispielhaft diese E-Mail eines aufgeweckten ehemaligen Walldorfschülers aktuell kurz vor der Promotion an der Masupilami Universität Hochdeutschwardnochniegesprochen Freiburg:

Halo, meihn Nam ist Frederick von Steifenfels un ich studier in siebten Semestre Fahrzeugtechnick. Dabei interssiert mich natürlich BBW ganz toll und in meinem ganzem Leben hab ich außer an Lernen und (...) an nichts andereß gedacht.

So weit so gut - denk ich - und glaubt ihr man nicht, ich hätt die ersten Zeilen so richtig gelesen. Um mich also auf das Niveau des Gebildeten zu begeben, melde ich mich kurzerhand bei meinen Kollegen ab, begebe mich ins Herrenurinal und schüttel mir kurz das Unverstehen aus den quetschfidelen Hoden, bevor ich dann denke: Gut, Schorsch, der Schäuble - der meint's auch ernst. Also rückwärtsgerollt.

Jezt schreibe ich an meiner Diplomarbeit und da war es für mich eine Selbstverständlichkeit - nicht nur zu Ähren meiner Mutter, sondrn noch mer zu Ähren von BBW, das ich mein Diplomarnbeit Ihnen widmen und schreinbnen will.

Danke. Du.
Klar, du zurückgebliebener Hermaphrodit, denk ich so ungebildet vor mich hin, wissend, dass der Knaller ja noch kommen wird.
Schließlich: wo Frederick - Glasknochen, Mutter behütet, noch niemals eins auf die Fresse gekriegt - drauf steht, ist auch ein Walldorfbubi drin.

Vorurteile? ich? lest selbst.

Mein Lehrer hat mir zur Afagbe gegeben, das ich die Ansaugstößeltiefe der Motoren E435 bis G713 mit der obergärigen Nockenwellenbewegung der aktuellen palatschinkenpfundigen Osteporosespindelwellenachsgetriebe vergleichen soll.
Jetzt kan n ich da ga nichts dafür, dsa meinLährer mir ein Thema augesucht hat, wo man nichts anbet auch gaa nivchts findert. Das jmacht mcih schon ganz verrüclz, wo ic jetzt als Forscher schon am Anfang nicht merh weioter komm. Und jetzt kommen sie ins Spiel.

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah

Ich komme überhaupt nicht ins Spiel und schon gar nicht jetzt! Wißt ihr wie oft ich diesen Satz lese? Jetzt kommen Sie ins Spiel? Ich hab' nen 1er Magister hingelegt indem ich mir mein Thema, meine Literatur, meine Quellen, meine LebensabschnittsgefährtInnen, Kippen und Bier und nicht zuletzt meinen Glauben, Fußballverein und meine Unterhosen selbst ausgesucht hab. Nur für meine Eltern, da konnt ich nichts. Aber seit den frühen Neunzigern gibt's nur noch diese Usher/Sido/BonJovi Schnulzen Frettchen. Umgesülzte Hirnakrobaten mit Hang zum Geldgewinnen.

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah

Ich brauc diese Ivormatione wirklich ganz ganz dringend für mein Studiuem und mein zuküpnftiges Leben als Ingenieru. Gerne können sie das auch an einen Fachmann aus ihrwen Hause weiterleuten. Und: das beste: ich lasse ihnen hinterher auc noch ein Exemplar von der Diplomarbeit zukonmme, die sie für mich geschrieben haben.

Ja danke, sag ich da mal. Rotzlöffel. Und dann würd ich gerne einmal, nur ein einziges Mal verläßlich und lebensecht antworten:

Lieber cand. öc. iur. hist. pol. soz. päd. Frederick von Steifenfels,

herzlichen lieben Dank, dass Sie bei der Abfassung Ihrer Diplomarbeit und der sicherlich nachfolgenden Promotion an uns, BBW, denken. Wir hoffen, es stört Sie nicht, dass wir uns bemühen, unsere Antwort verständlich und orthograpgisch irgendwie passend abzufassen. Bitte fühlen Sie sich dadurch aber nicht auf den sogenannten imaginären Schlips getreten, denn wir wissen ja schließlich beide, wieviel Sie tagtäglich zwischen Morgengähnen und Abendmigräne zu tun haben.

Sie schreiben uns, dass Sie die Ansaugstößeltiefe der Motoren E435 bis G713 mit der obergärigen Nockenwellenbewegung der aktuellen palatschinkenpfundigen Osteporosespindelwellenachsgetriebe vergleichen sollen. Tatsächlich werden Sie mit dieser Arbeit einen neuen Forschungsgegenstand schaffen, weil selbst wir über dieses Thema überhaupt noch nicht nachgedacht haben.

Wir haben uns jetzt gedacht, dass wir Ihnen und Ihren Studien am besten helfen, wenn wir Ihnen einfach mal so zu Vergleichszwecken 40 Motoren vorbeibringen. Da wir wissen, dass Sie im Bereich der Feldforschung tätig werden wollen, erlauben wir uns auch noch 183 ausgenudelte Nockenwellen mit diesem Palatzeugs beizulegen, denn schließlich, sind wir ja an Ihrer Arbeit und Aufgabe unendlich interessiert und haben eigentlich auch sonst nichts zu tun.

Machen Sie sich keine Sorgen, die Transportkosten, auch die Kosten für das Ausbaggern der Ölsickergrube im Garten Ihrer Eltern übernehmen wir gern, denn schließlich, wenn wir jetzt schon mal im Spiel sind, machen wir es als Gobalplayer gleich richtig.

Natürlich brauchen sie noch einen Diagnoseturm nebst Großrechner und wir bitten um Ihr Verständnis, dass wie Ihre Eltern zwischenzeitlich bitten, ihr Haus für die nächsten Monate zu verlassen. Madagaskar ist ok, oder? Zur Kühlung werden die Kellerräume jedenfalls nicht ausreichen, weswegen wir vorschlagen, die alte Baracke zu Forschungszwecken gleich abzureißen und in die Grube eine Nasa-geprüftes Kühlaggregat - übrigens auch aus unserer Produktion - zu errichten. Wir gehen davon aus, dass sie unter diesen Bedingungen die optimalen Voraussetzungen finden ihre Rechtschreibung, Ihr Leben und ganz am Ende sogar die Wissenschaft voranzubringen.

Bitte bestätigen Sie uns kurz, wann sie das nächste Mal vor Ort sind, damit wir ihne eine kurze Einweisung in die hydrophile Korneopagastärearitmetnotolation geben können. Ohne dieses kleine Detail werden sie es sicher schwer haben, ihre zukunftsweisenden Forschungen zu einem positiven Abschluss zu führen.

Arschloooooooooooooch!

Herzlichst
Ihre BBW Kundenzerstreuung

Zwischen Hambacher Fest - Benno Ohnesorg und dem ersten Gewinner bei Wer wird Millionär liegen doch schon ein paar Jahre.

Montag, 19. November 2007

Böses Foul

Agatha Wittspone war nicht weniger als 12 Schritte auf dem Boulevard de St. Exicuté gegangen als ihr Blick auf ein Schaufenster voller bunter Kanarienvögel fiel, die in rabenschwarzer Nacht zur knallorangen Neonreklame des Pallidudelüt Pet and Pop Shops zwischen sorgsam aufegreiten und semi-binär orientiert verklemmten Pupsstangen in einer Reihe aufsaßen.
Eigentlich wollte Agatha nur einer alten lang verstorbenen Freundin, Helén Melodieu de Postdiarrhö gedenken und ihren letzten Schritten durch ein bewegtes Leben zum Tage ihres siebten Todes nochmals Folge leisten. Doch begeisterte sie in diesem Moment der mittelste der 48 Kanarienvögel von links betrachtet auf einmal so sehr, dass sie für einen Augenblick die Luft einsaugend vor dem schroffen Fenster stehen blieb.
Tschiep, tschiep sponn es ihr durchs kalkergraute Hirn, tschiep, tschiep.

Perverse Sau, dachte sich der Obdachlose Jimmy "the Flic" Greenbarét und spie im Vorbeilaufen einmal in Richtung des breit aufgeschlagenen Rocksaums der vogelfreien.

Von all diesem unbemerkt steigerte Agatha sich von einem leisen Tschiep über ein ansteigendes Gurr hin zu einem lautkehligen Pieps, das sie beizeiten vom Gaumenlappen in die Nase zog.
Könnte nur jemand empfinden, würde jemand begreifen wie sehr ein Leben im Käfig, unter knallorangener Neonreklame, aufgereit auf vollkommen symmetrische Pupsstangen das Leben ganz absurd macht, nur zur Freude eines anderen zu existieren. Dieser Gedanke überkam sie so plötzlich und ungeniert, dass sie sich mit einem blasenden Furz in ihre blütenweißen Windeln ergoss und von diesem Schwall an Ausscheidungen auferweckt, den abgelebten Kopf von der krummgelegenen Schulter auf den knochenstarrigen Hals erhob.

Zeit zu gehen und ihr Blick richtete sich auf den Zeitungsschuppen OlePublic vor dem die nun schon selige Helén einstmals einem unglücklichem Sturz mit nachfolgedem Oberschenkelhalsbruch zum Opfer fiel. Ein Opfer, das aus heutiger Sicht betrachtet, völlig unnötig war, ihr damals aber immerhin ein paar wenige heimelige Stunden mit Helén's Mann und späteren Witwer Roald Melodieu de Antediarrhö einbrachte. Gute alte Zeit.

So in Gedanken kam ihr kaum in den Sinn, dass der kanalalkoholisierte und umtriebig angewiderte Jimmy "the Flic" Greenbarét sich längst dazu aufgemacht hatte der fidelen Agatha das Vögeln auszutreiben. Während Agatha sich also schlurfenden Schrittes in ihren fellbewammsten Hauspanlatschen aufmachte, die letzte Tritte hin zum Ort der ersten Ruhe zu gehen, fuhr ihr der arg besoffene Jimmy derart von der Seite in die wassergefüllten Waden, dass es richtig gluckste und plantschte. Schon sah er sich um, ob nicht de Schiedsrichter Sir Robert the Hood Foxley sein übles Tun gesehen hätte und machte mit zwei Händen die abwertende Geste des Divers.
Doch für die alte Wittspone hatte niemand mehr etwas übrig und so kam es, dass die eine wie die andere an öffentlichem Orte und am Fuße der Gosse ihre letzten Züge in die Welt hauchten. Böses Foul.

Freitag, 16. November 2007

Is nich meins - aber STS

Der letzte Sommer war sehr schön,
I bin in irgendeiner Bucht g'leg'n
Die Sunn wie Feuer auf der Haut,
Du riechst das Wasser und nix is laut
Irgendwo in Griechenland,
Jede Menge weißer Sand
Auf mein' Rück'n nur dei Hand

Nach zwei, drei Wochen hab i's g'spürt,
I hab das Lebensg'fühl dort inhaliert
Die Gedanken dreh'n si um,
Was z'haus wichtig war is jetzt ganz dumm
Du sitzt bei an Olivenbaum
Und du spielst di mit an Stein
Es is so anders als daham

Und irgendwann bleib i dann dort,
Lass' alles lieg'n und steh'n
Geh von daham für immer fort
Darauf geb' i dir mei Wort,
Wieviel Jahr' a noch vergeh'n
Irgendwann bleib i dann dort

In uns'rer Hektomatik-Welt
Dreht si' alles nur um Macht und Geld
Finanz und Banken steig'n mir drauf,
Die Rechnung, die geht sowieso nie auf
Und irgendwann fragst di',
Wieso quäl i mich da so schrecklich ab
Und bin net längst schon weiß Gott wo

Aber noch is' net so weit,
Noch was zu tun befiehlt die Eitelkeit
Doch bevor der Herzinfarkt
Mich mit vierzig in die Windeln prackt
Lieg i schon irgendwo am Strand,
A Bottle Rotwein in der Hand
Und steck die Füß in' weißen Sand

Und irgendwann bleib i dann dort...

Irgendwann bleib i' dann dort

Ihr norddeutschen, Freunde und liebgehabte,

Ich bin nunmehr sehr der oststeyerischen, südbayerischen und natürlich jenseits tirolerischen Mundart zugetan, denn das bringt das Fernsein so mit sich.

Wenn ihr also mal was braucht, was den Pürzel erigiert und sich auch nicht geniert , ohne Bier nun wirklich geil, geil geil zu sein...

STS

Es gibt da so ne Live-Scheibe. STS, heißt die Kapelle, gelle?

Ach ja, neben bei macht noch mein Kollege Beatbecker stetig auf Arbeit Werbung für seine Kapelle - BeatHotel. Wenn ihr da mal...also die könn' was, sag ich mal so auf'n Freitag Abend und bilde mir ein, dass das irgendwer hier liest, also außer...

Eine Ausbildung in glücklichen Zeiten

Wir schreiben das Jahr 2093. Dem Molekularbiologen und Zellverdoppler Zerox Binär Ungeclownt fällt der nun folgende Ausbildungsvertrag aus dem Jahr 2007 in die Hände, der ihn doch angesichts der aktuellen schier unerträglichen Situation leidlich amüsiert:

Ausbildungsvertrag der bayerischen Fuhrwerks- und Taxlervereinigung
Stand 03/1994

Ich, Gerlinde Liebstöckl, Gebroren am 14.Mai 1987 verpflichte mich vom heutigen Tage, dem 16.09.2007 an, meinem Arbeitgeber, der bayerischen Fuhrwerks- und Taxlervereinigung, treu und zu aller Herrenleut Zufriedenheit zu dienen und jeder mir angetragenen Tätigkeit nachzugehen.

1. Von dem heutigen Tage an, werde ich pünktlich sein, so pünktlich, dass ich das Wort pünkltlich nicht nur buchstabieren kann, sondern ich werde auf den Punkt da sein und dieser Punkt heißt 8:00. Ich werde mich nicht verspäten, weil mein Pferd eine Entzüdung am Schweif hat, ich werde keine Ausreden finden, die darauf hinauslaufen, dass die Brust-Op meiner Großmutter ein rechtzeitiges Erscheinen verhinderte. Und schon gar nicht werde ich die oberfränkische Wohlfahrts- und Droschkenvereinigung links der Isar für meine unpünktliche Beförderung verantwortlich machen. Denn - die ist niemals unpünktlich.

2. Während meiner zweifelsohne nicht immer leichten Tätigkeit werde ich lächeln. Meine Arbeit bereitet mir Freude. Sie gibt meinem Leben einen Sinn und weil das so ist, werde ich mir ab dem heutigen Tag meiner selbst bewußt und werde nebenbei niemals mehr die Nagellacke von Chanel und Dior zu einer Komposition aus Punkt, Punkt, Komma, Strich vermischen.

3. Auf meine rechte Schreibung werde ich Wert legen und sie nötigenfalls noch erlernen. Gewiß sind eine Menge Menschen außerhalb von mir dafür verantwortlich, dass ich nach 13 Schuljahren und herausragendem Abitur eigentlich gar nichts kann. Trotzdem werde ich mich mit breiter Brust auch dieser Verantwortung stellen und üben, üben, üben.

4. Die Aufforderung 'Sofort' lässt für mich keinen Interpretationsspielraum zu und bedeutet selbst dann unverzüglich, sogleich oder jetzt, wenn ich eigentlich zuerst meine Fingernägel lackieren, das Urinal besuchen oder Nachbars Katze aus der traumhaften Linde von gegenüber retten müßte.

5. Es gibt Menschen deren Lebenslänge sie dazu befähigt weiser zu sein als ich. Ihre Entscheidungen und Anweisungen hinterfrage ich bestenfalls dann, wenn es um mein eigenes Leben oder besser noch meinen Tod geht.

6. Eine Flucht ist nicht möglich und deshalb suche ich auch nicht nach Ausflüchten. Ich habe einen Fehler gemacht? Das kann schon so 20 bis 30 mal am Tag vorkommen. Schließlich nimmt mir das ja keiner Übel und wird mir auch weiterhin ernstlich mit Geduld begegnen.

7. Ich bin von meiner Arbeit begeistert. Begeistert! BEGEISTERT! Niemals würde ich durch einen Blick, eine Handbewegung oder sonst eine Reaktion zum Ausdruck bringen, dass mich die kleinen und großen Aufgaben meiner Ausbildung langweilen.

8. Meine Arbeitsstelle ist kein Laufsteg.

9. Mode gehört in den Schrank, meine Arbeitsstelle: siehe Punkt8

10. Ich erhalte pro Jahr 26 Tage Urlaub. Diese können nicht durch andere Fehlzeiten aus wichtigem Grund ergänzt werden, insbesondere nicht an Montagen, nach Wochenenden oder vor Dienstagen.

11. Die Arbeitswoche hat 5 Arbeitstage, a´8 Arbeitsstunden was zusammengenommen nicht 36,5 macht.

12. Auch wenn mein Leben eigentlich schon seit mehreren Jahren verpfuscht ist, akzeptiere ich, dass mir diese Chance gegeben wurde und ich anderen zur Last fallen könnte.

13. Sexuelle Leistungen sind von mir nicht verlangt, auch wenn ich manchmal versuche, die Bereitschaft zu vermitteln oder halb unbekleidet in die Firma komme. Siehe auch 8. und 9.

14. Für meine Arbeit werde ich entlohnt. Ich werde meinen Lebensunterhalt von diesem Lohn bestreiten können.

15. Auch wenn ich hier völlig fehl am Platze bin, werde ich mit trotzdem Mühe geben.

Gerlinde Liebstöckl

Dienstag, 6. November 2007

Jede Nacht hat 5 Stunden 38 Minuten und 17 Sekunden

Als ich heute morgen aufgewacht, wußte ich nicht schon da, als ich mich streckte, wie müde ich sein würde. Noch am Tage. Fehlt manchmal nur das Sonnenlicht, das sich wärmend über die Simse schleicht. Dabei verdunkeln wir zu allererst die Scheiben um ganz und gar gewahr zu bleiben - das ist hier kein Vergnügen.

Die Stunden vergehen und darüber haben wir uns so lieb, dass wir uns von innen heraus erklären indem wir auf alle die einhauen, denen besseres, anderes, süßeres geht, während man selbst in einem Turm voll Weisheit steht.

Level Up.

Hab ich schon mal gesagt, Kollege! Mensch! Alter! Hab ich das schon mal gesagt? Und wenn ich das sag, Kollege! Mensch! Alter! nimmst du mir das ab?

Besser so, anonym zu bleiben auf stillen Tafeln anzukreiden, dass du ganz genau bist, genauer noch als ich. Deshalb geht's uns auch gemeinsam grau, fünf Nächte hinterenander flau.

Falls du also noch was hast von dem Kokain der Unbekümmertheit, als wir am Schwanz unserer Eltern genüßlich über'n Tisch gezogen wurden, von dem Stoff der faulenden Geborgenheit, gern würd ich's mir reinziehen, bis ich zu den Knien drin steh. Und dann lass ich mich einfach fallen und hör das sanft bedröhnte lallen, wie es nur von früher kommt. Langweilig bis zur Qual und fühl mich endlich nicht mehr frei.

Und dann fährt so'n BMW vorbei. Ja das wär auch was für uns. Der dreht jetzt ein paar schnelle Runden und in 448000 Stunden sitzen wir mal selbst da drin, knüppel mein Herz beim Schalten dahin.

Auf denn Buam Level down, weiter in die Tasten hauen.

Montag, 5. November 2007

Die Faschisierung der Massen unter dem Stern eines 10 Zylinders

Während also Hennes Kassensturz an diesem Tag - noch ist Montag - motiviert und auf eine unbequeme Weise beschwingt, den Platz vor seinem großmonitorigen Helpdesk einnahm, hatte Weselbert Knorrbestürzt ein ganzes Wochende nicht minderes und weniger zu tun als unwissenderweise eben jenem Kassensturz zum Herzen hingewandt den Tag verdrießlich zu versauern, dessen Müdigkeit zu untermauern und das kommt so.

Wir stellen uns einen noch unbeantworteten Schriftverkehr vor, an dem Knorrbestürzt unwissenderweise und sinnenthemmt an Kassensturz schreibt. Vorsicht, es geht los und es ist (sic!).

Arschloooch. Du deppertes Mistvieh, Ungestalt! Was fällt dir ein, türkischstämmiges Kauderwelschpalaverungeziefriges! Ich! also Ich! du Hund, du unverfroren astlochverbrämtes, arschgebürstetes, ungemolkenes Riesenrindvieh! Ich! hab das bezahlt und wenn ich sage Ich! dann meine ich nicht meine Frau, ich mein' auch nicht meinen Schwiegervater oder den Onkel meiner Mutter, der in seiner spätpubertierenden Unverfrorenheit lieber kleinen Mädchen einen Hauch aus Spitzenunterwäsche bezahlt. Nein,
dieses Auto ist meins und es ist das teuerste, schönste, schnellste und wahrlich großkopfertste Gefährt auf dem ganzen Pflaster und nicht mal der Säglertupfer von gegenüber hat was geileres auf der Auffahrt. Und sie, Arschlooooch, sie heteropervertierendes Kopulationsobjekt wagen es, mir! mein Auto! selbst bezahlt! wagen es mir! Werbung zu schicken! Für einen Kleinwagen! Unter 380 PS! Ja was glauben sie wohl wer ich bin! Ein Hartz IV Empfänger? Einer der seine Rechnungen zahlt und an ehrliche Arbeit seinen Verstand verkauft? Ihnen sollte man mal die Leviten lesen, Leute wie Sie sollte man an die Wand stellen oder besser gleich erschießen.

Manchmal gewinnt Kassensturz beim Lesen solcher durchaus emotionaler Kundenschreiben den Eindruck, als würde jemand am anderen Ende der Tippsenleitung Luft holen, sich oder sein Schreiben beiseite legen oder wenigstens seine Frau verprügeln, doch es ist nur ein Hauch des Zauderns, zu dem es immer dann kommt, wenn dem Autor des Pamphlets ein Rülpser des Wohlseins entfährt, bevor er weiterlebt:

Tausendmal, Tausendmal habe ich ihnen und ihresgleichen gesagt, ich will ihre Scheiß Werbung nicht. Natürlich...wenn das ganze meiner Preisklasse entgegen kommt, klar...ich mein, natürlich, aber das geht bei mir erst ab der Oberklasse los, das braucht einen harten Knüppel und mindestens 4 Auspuffrohre, chromgebürstet, riegel-ringel-unterahorn-natterngewebt und nicht zuletzt ein edelholverziertes, semi-melanchiertes grandeur-orientiertes Cockpit nach Gutsherrenart. Bei sowas schau ich hin, aber doch nicht bei so 'nem Scheiß MINI-ding,was sie hier bewerben. Ich bin gebildet! Sie denken wohl, ich durchschau sie nicht. Nur weil ich mal drei Leasingraten im Rückstand bin, glauben sie wohl, sie können sich alles erlauben. Aber nicht mit mir, nicht mit Weselbert Knorrbestürzt. Sie werden sich entschuldigen, mich aus Ihrer Kartei für Mittelstandsabsteiger streichen und mich niemals wieder auf so unflätige, schmutzige und menschenverachtende Art belästigen. Und dann unterhalten wir uns mal über den neuen 10-Zylinder. Den will ich mal fahr'n für'n Wochenende. Vielleicht kauf ich den sogar, ich mein, leas' den - vielleicht - wenn sie mir entgegen kommen. Nix für ungut also . Man sieht sich und hört endlich mit dem rumschwulen auf. Krieg ich noch mal sowas, ist mein Anwalt schneller bei euch als ein Lämmchen mit dem Schwanz wedeln kann und zieht euch durchs Interkom!
Weselbert Knorrbestürzt.

An diesem Abend entschied sich Hennes Kassensturz dazu endlich reinen Tisch zu machen. Er endete ausgebrannt und ohne Angst vor dem Triebwagen der Sauerland Linie Bocksbergsbeutel.

Auf seinem steinernen Gedenken steht: Er war gar freundlich zu jedermann und gänzlich ohne Argwohn. Wie das Mensch sein menschlich ist, so menschlich war Hennes Kassensturz vom Leben bis zum Tod hin nicht. Oft sah man ihn schon engelsgleich, im Leben half kein Himmelreich.

Sonntag, 4. November 2007

Der Streik der guten Eisenbahner auf oststeyerisch

Da Hannelore Gleisgechütz am 04.11.2007 vor die Tür Ihres oststeyerischen Landgasthofs trat, wurde ihr selbst dann nicht übel, als Alois Unterzügler seinen im großen Korb und vielen Jahren zusamengetragen Unrat direkt neben die Eingangstüre des nicht sauberen aber doch gepflegten Gasthofs abstellte.

Der eiligst herbeigerufene Herr Mehner von Hetzedingen, Vorsitzender der freiwilligen Feuerwehr, Gründer des allwöchentlichen Stammtisches Hetzeleut und nicht zuletzt Pächter und Erhalter der Restdomäne Godefrorst befand nach eigenem bekunden, dass es ekligst sei, nicht ziemend und störend, aber eben nicht rechtswidrig in dem Sinne, dass die Sinnhaftigkeit dieser Handlung und des Abstellens an sich zwar nicht schlüssig, aber eben doch nachvollziehbar bleibe und dass ein Eingreifen jedwedes Maß überschreite, sollte doch der Korb nach höchstens zwei Maß' wieder verschwunden sein.

So kam es, dass an diesem Sonntagmorgen die Herrin des Hauses Hannelore sich eiligst in den Schober Holzgetürm begab, um - mit einer Forke bewaffnet - sich daselbst gegen den Unterzügler Alois zu werfen oder doch zumindest diesen derart zu bedrohen, auf dass er nebst Korb den Vorhof räume.

Er sei beliebt oder auch nicht, auf jedenfall erhob sich darauf dieser Alois um geradewegs zum Pissoir gewandt, den blanken Arsch sich zu erwehren, einer zweiten Maß' den Raum gewähren. Der Melkergselle Friedjof Sonngalant - am Wochenend oft Ausgehilfe und Zapfenschenker - wollt daraufhin schon zu dem steinernen Kruge langen, als Hannlore Herrin zu Hause mit der Forke sich geziemte, den Alois weg vom Pissoir direkt zum Eingang hinzutreiben, auf das ihm weder Freund noch Feind zu dieser Stund' zur Hilfe eile und auch später kaum noch einer Zeit dafür fände.

So kam es, dass an diesem Tag der Alois Unterzügler und die Hanelore Gleisgeschütz, beide friedlich, schiedlich stritten. Die eine drohend ,der andere etwas lächerlich, ziemt es sich wohl kaum zu fragen, warum die Hose heruntergelassen wird zum Schenk-mir-ein getragen. Doch hat man den Alois erst am Schwanze bahnt sich auch im Busen noch ein wenig Schmerz von dem, was einst nicht im mindestens aus Eisen war und ganz und gar nicht harte Währung, sondern Leidenschaft und Lieberdienst.

Was wäre wohl gewesen, wenn bei diesem Balzen nicht der arme Pfarrerssohn Zurückgeblieben Schrankenwaise, während er verlustigt sich selbst die Karten mischte, urplötzlich mit einem Forkenstil derart niedergestreckt wurde, dass sowohl der Alois als auch die Hannelore sich bekreuzigend zu Boden gingen und dergestalt auf die Knie fielen, das beider Artrose die Scheiben zum singen brachten. Auf diese Waise von dritten angenähert, erkannt alsbald der Alois, obschon er wußte sich im Recht, dass er nach seinem Knecht dem Hintertuxler Wiehengewandt ließ schicken, um den Korb und allen Unrat von der Türe zur Halde zu bringen. Auf dass mit einem Jubelstoß der Melkergeselle Sonngalant den Krug über alle Maßen schwenkte und jedermann und jederfrau zur Zufriedenheit reinen Wein einschenkte.

Am nächsten Sonntag dann zur Zeit und Dienste ihrer Gotthoheit gab man sich, zu aller Ehren und letztlich ohne sich zu wehren, die Hand zum Gruß und mancher Kuß ließ sich beschreiben, was hier nicht weiter stehen muß.

Samstag, 3. November 2007

Stippvisite ohne Taufbecken

Herzlichen Glückwunsch, dass hat es jetzt gebraucht. Samstag, der 03.November und das kommt so.

Borussia liegt so weit weg, dass es weh tut. Es ist Samsatg und die Mutter allen Selbstvertrauens trifft auf Platz 1 der 2. Liga...am Montag.

Im Ofen crosst mein Brot, der Koriander muffelt bis zum Wendelstein, aber hey, gleich is Fusi und wer als Mann was auf sich hält, hat vor der Samstagskonferenz mindestens, also mindestens 1 Brot gebacken, abgewaschen, seiner Frau das Frühstück ans Bett gebracht, das Frühstück vom Bett an den Wohnzimmertisch, vom Wohnzimmertisch die Reste bis zum Küchentisch und dann zum Mülleimer gebracht. Die Böden gewischt, eingekauft, sich sogar selbst gewaschen. Nicht?
Doch klar ist zumindest so selbstverständlich wie alles andere von Montag bis Freitag bis Sonntag und wieder Montag.

Was hier passieren wird, wenn Gladbach nicht neben sich und Liga 1 steht, wenn es nichts zu kochen gibt und die seichten Nordseewellen an den Stränden meiner rentenreifen Geburtstadt schleifen? Was hier passiert, vor meinem Fenster mit Alpenblick?

Ich mach das, was mein lieber Kollege BeatBecker schon so lange verlangt und schreib den ganzen homoneurotischen Mist, den ich tagtäglich im Job erleben muss, die ganzen kleinen Dinge, die Fahrer großer Autos, Premiumautos! ach so quälen, die Traumhaftigkeiten die meine Frau mir angleitet, die Spezialitäten Südtirols, die Berge Südtirols, die Sonne Südtirols, die Urlaubseindrücke meiner Kollegen, meine abgebrühte Liebe zur SPD, kurz und was weiß ich, all den Mist auf, der in mindestens einen Satz passt.

Und dann geh ich schlafen. Ohne Borussia, aber mit meiner Frau und darin erlebt sich alles. Alles was gut wird.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

A long long time ago...
Und dann war da noch Ischdonat Bloemfeld. Das kennt...
fohlenelf11 - 30. Dez, 16:32
We want Mr. Kilmister
Jeder der einigermaßen bei Verstand ist und sich noch...
fohlenelf11 - 24. Okt, 16:07
Letztens bei Demokrats
Familie Demokrat ist einfach gestrickt. Und das bedeutet...
fohlenelf11 - 21. Okt, 07:53
It takes seconds to fall
Vor den großen Sommerferien, als alles klar war, Opel...
fohlenelf11 - 9. Sep, 19:55
Abendgrauen
In zwei Monaten, am 27.09.2009 wird Angela Merkel zum...
fohlenelf11 - 23. Jul, 17:46

Web Counter-Modul

Archiv

Juni 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 
 

Suche

 

Status

Online seit 6797 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 30. Dez, 16:32

Credits


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren