Irgendwo zwischen Himmel und Erde. Eine Reise in die Welt dazwischen. Bedeutungslos Gewicht haben. Es ist eine Reise mit 40 Jugendlichen.
Schon lang sind es nicht mehr die Erwachsenen, die sich auf die Jungen einlassen. Ab einem gewissen Alter freut man sich, wenn man noch gefragt wird, ob man beim Fussball denn auch dabei ist.
Lachen und immer wieder Lachen. Nirgendwo auf dem Zeitmesser des Jahres ist das so einfach und einfach so heilmachend.
Fast schon ist es am Vorabend der geschenkten Zeit, wo wir wieder unsere Haut abstreifen und uns neu erlieben lernen. Kennen wir uns auch noch so lange, ist es die Verlässlichkeit, die uns zusammen führt und die Gewißheit in Verantwortung zueinander zu finden.
Schon jetzt denke ich an all die neuen Gesichter, Gesichter, die vertraut werden, die nach den zwei Wochen ein richtiges Gesicht haben. Um die tausend Gesichter werden es bald gewesen sein in all den Jahren.
Und alle stehen sie auf dem Sella Joch, dem Thron für alle, die gemeinsam einen großen Schritt gegangen sind.
Ich freu mich drauf, mein Lieber!
fohlenelf11 - 12. Jun, 20:31
Am Ende ziehen sie dich aus. Hoffnung wirst du da kaum noch haben, sondern Gewissheit.
Gewissheit über das Ende in einem strahlenden Überich oder auf ewig in Asche ohne Sinn und Verstand. Wer an Gott glaubt, einen gnädigen Gott, der kann das alles ziemlich locker sehen.
Jedenfalls hatte ich heute so einen Tag von der Sorte an dem nichts gefehlt hat und ich hätte in anderer nicht zivilisierte Zeit meine Axt genommen und hätte ein, zwei Schädel gespalten. Einfach so, weil allein Körperkraft und Gewissheit im Recht zu sein mir Möglichkeit und Erlaubnis dazu gegeben hätten.
Dieses Schrecklichste in Wahrheit nicht zu tun, sich darin zurück zu halten und am Ende begnadet zu fühlen, ist nicht etwa das Verdienst von Mill, oder Hobbes, nicht zur Ehre von Locke, Rosseau, Kant, Hardenberg, Engels oder Marx.
Es ist geschuldet und in Ewigkeit dem Herrn Jesus von dem man manchmal denken möchte eine Kirche wäre über ihn gebaut und würde alles abschirmen, was in gutem Glauben ist.
Doch es ist nicht so. Soll sich jeder sein Bild vom Herrn machen dürfen und das Wort zur angebrachten Zeit suchen.
Es gibt keine größere Botschaft als diese. Der Friede des Herrn, der eine, der seine Hand über dich hält, für den Frieden der höher ist, der eine der dich hoch hält, der dich wertvoll hält, der da ist, wo niemand sonst für dich ist, der geht mit dir. Einfach so. Und er geht mit Bernd und er geht mit Johanna und mit Helene und mit mir.
fohlenelf11 - 29. Mai, 21:54
Der Fussballgott ist eine gar seltene Gestalt. Eine, die sich selten, manchmal über Jahre gar nicht zeigt.
Es gibt Mannschaften, die meinen, dieses Göttliche in den Genen zu haben. Sie nennen es dann zum Beispiel das Bayern-Gen.
Das stimmt natürlich nicht und würde es stimmen, wie könnte es dieser Fussballgott zulassen, dass man es in Getafe über den letzten bundesweiten Herzschlag hinaus bis ins Finale schafft, um dann - derart vorgeführt - besser nie mehr nach Hause zurückzukommen. Welche Kapriolen muss derselbe Gott in einem Halbfinale haben, der dich gegen Roter Stern Belgrad - die mit dem Posiniecki damals, nach herbem Rückstand dank Alan McInally bis in die Verlängerng schickt, um dich in der Nachspielzeit der Verlängerung durch ein Eigentor von Klaus Augenthaler über den entsetzten Raimond Aumann hinweg auszuschalten. Und welcher Gott hat Solskjaer und Sheringham, als Romulus und Remus gewissermaßen heilige der sieben Hügel erschaffen.
Nein wahrlich, dieser Fussballgott zeigt sich selten und oft sieht man ihn dann noch nicht einmal.
Michael Ballack kennt den Fußballgott genau und wird ihn wenig mögen. Wie anders ist der Fehlschuss John Terrys zu erklären, dessen sicherer Elfmeter, ihn selbst ausrutschen lässt und den Ball derart zeitlupig an den Pfosten setzt, dass selbst Van der Saar nur staunen konnte.
Paul Gascoigne kennt den Fussballgott. Denn als der im Halbfinale in der Verlängerung vor ihm auf der deutschen Torlinie stand hat er sich für einen Moment so sehr erschrocken, dass er diesen einfachsten aller Bälle seiner Karriere nicht gemacht hat und deshalb kennen alle 14 Deutschen Spieler, die damals zum Einsatz kamen, den Fussballgott auch.
Das Göttliche hat im Fussball also nicht zwingend etwas euphorisches, aber mindestens immer etwas tragisches.
Mit einer Ausnahme. Einer mir bekannten Ausnahme, denn andere mag es geben auf den Plätzen dieser Welt, die ich nicht so genau verfolge.
Nie mit einem Titel dekoriert und selten mit großer Aufmerksamkeit bedacht, trägt dieser eine den Fussballgott auf seinen demütig gesenkten Schultern, zwischen denen sein Kopf immer etwas angestrengt und unscheinbar eingezogen im Sprint starr geradeaus gerichtet,nicht im Ansatz erahnen lässt, was diese Waffe anrichten kann.
Oliver Neuville ist ein Last Minute Mann und das permament. Er wird der einzige Deutsche Spieler sein, der Dank eines einzigen Tores ohne jemals einen Titel geholt zu haben, Unsterblichkeit erlangt hat. Während Ballack und Klose, die Latte treffen und Borusz in allen möglichen und unmöglichen Situationen angeschossen wird, kommt er wie ein Bitz aus dem Nichts, unerwartet und unaufhaltsam. Oliver Neuville did it again for Germany, sagt ein englischer Kommentator über einen Mann mit 18 Länderspieltoren.
Oliver Neuville did it again for Gladbach, du siehst es diesem Spieler an, wenn etwas passiert, wenn die Ballannahme passt, sich der Kopf zwischen die Schultern senkt und er - der Postbote der göttliche Hermes - Fahrt aufnimmt. Auf Schalke wissen sie das jetzt auch, wie das ist mit einem Gesegneten, wie es ist, wenn der Fussballgott auf die Erde kommt und einen Begünstigt, der 2002 was an den Pfosten gehämmert hat, weil sich derselbe Gott, der für die Euphorie des Polenspiels steht, an diesem Tag, aus welcher Laune auch immer, für Dida und gegen Neuville und Kahn entschieden hat. Denn mit Gerechtigkeit hatte das nichts zu tun. Zu viel besser waren die Deutschen an diesem Abend in Yokohama.
Es sind Spieler wie Oliver Neuville, nicht die Ronaldos oder Kakas, davor gab es Netzers, Breitners, Magaths und hunderte andere, nein es sind andere die das Göttliche in ein Spiel bringen, im Guten wie im Schlecht und warum das so ist, weiß nur der eine und wahre Gott dieses göttlichen Spiels. Aber als Postbote nimmt er das mit seinen 36 gelassen, wartend bis er wieder beschenkt wird.
fohlenelf11 - 13. Mai, 18:14
Das ganze Land ist vermerkelt. Mein Land, das lang vor dem Merkelland da war.
Das Merkelland ist ein Beliebigkeitsland. Ein Land, in dem du am 01. Mai jemandem was auf die Fresse hauen kannst, ohne dass eine Botschaft dahinter steht. Ok, wer Spass als eine Botschaft versteht, hat an dieser Stelle natürlich Argumente.
Das Merkelland ist ein Land, in dem es chic ist, gar nichts anzugehören, keiner Partei, keiner Kirche, keiner Religion, keinem Verein - nur in lokalisten.de zieht man sich aus bis auf Knochen: Ficken? Wann? Wo? - ist selbstverständlich eine Botschaft, das übersieht man als Unzufriedener manchmal.
Dass es Einzelne gibt, die sich gegen keine Widerstände organisieren ist klar.
Neulich hat sich am Strand von Monaco die Rentnerpartei gegründet. Programm: Generation Nix, alles für uns, nix für die Nachkommen. Bei der Europawahl erwarten die Fidelen 0,5% Das brächte dann schon wieder Kohle, für das überbordende Engagement für..., ja wofür noch gleich.
Wo ist Deutschland? eingetrümmert im Denken verschenken zwischen Ost und West. Wenn du morgens beim Bötchen die Zeitung aufschlägst ist vollkommen klar, es gibt zwei Sorten Deutsche. Die eine legt ihr Geld in Liechtenstein an und bescheißt den Staat wo sie kann. Die andere schlägt sich mit Hartz Vier durch und bescheißt den Staat wo sie kann. Außerhalb dessen gibt es nichts, worüber es sich zu schreiben lohnt.
Wo wir hin wollen, was wir erreichen wollen, wem wir was überlassen wollen? Frag doch mal bei Frau Merkel nach, die berät sich in zwei Jahren mit einer Expertengruppe, wenn klar ist, dass ihre persönliche Meinung ohnehin nichts zur Sache tut.
Es gibt die andere Seite. Aufrechte Leute. Konservative würden sagen, Menschen wie sie sich gehören. Sozis würden sagen, Arbeiter und Angestellte, Mittelständische. Strebsam, mit Visionen, die über ein Bankkonto hinaus gehen. Leute, die etwas angehören. Die sich ein Bild machen. Die sich etwas geschaffen haben.
Wenn du mit jemandem von diesen Leuten am Tisch sitzt, hörst du immer eine Meinung. Das wird auch das Merkelland nicht zerstören können, selbst dann nicht, wenn das Merkelland Meinungslosigkeit zur Staatsräson erhebt, was zu befürchten steht, wenn man die fehlende Rückendeckung für Peer als Indiz dafür nimmt, dass man sich besser vermerkelt, bevor man gegenüber Schweizern, Liechensteinern und Luxemburgern, die Wahrheit sagt und mal eindeutig Stellung bezieht.
fohlenelf11 - 9. Mai, 13:43
Wir sind Vedammte. Egal was wir heute tun, retten wird uns das nicht. Man wird später keine Lieder für uns singen. In der Kurve werden wir immer die bleiben, die wir heute sind: Die Euphoriekiller, die, die den souveränsten Aufsteiger zur Schießbude gemacht haben.
Egal was wir heute tun.
Wenn wir da jetzt rausgehen, erwarten 66000, dass wir mindestens 3 Stück kriegen. Die diskutieren nur wie hoch wir verlieren und alle Kameras, alle Kameras sind nur auf ihren neuen Trainer gerichtet.
Wißt ihr wer das ist? Könnt ihr euch vorstellen, wer das ist? Rekordtorschütze Borussias, längster Trainer Borussias, Meister, Pokasieger, Uefa-Cupsieger mit Borussia. Jemand wie Jupp Heynckes ist verantwortlich dafür, das bei uns noch heute die Hütte voll ist. Eigentlich niemand mehr als er. Wer will gegen Jupp Heynckes absteigen? Wer will sich hier abschießen lassen! Los, zeigt euch, wer will sich hier unter den Augen ganz Deutschlands lächerlich machen lassen?
Oder wer geht mit mir da raus und wir rennen als gäbe es kein Morgen und wir kämpfen als gäbe er nur dieses Spiel. Dieses eine Spiel. Das ist alles was zählt. Das ist alles.
T. Galasek
fohlenelf11 - 2. Mai, 14:18
Der Spruch ist nicht von mir: Leben am Limit. Der Titel oben übrigens auch nicht. Ist natürlich von Frank Zappa.
Leben am Limit jedenfalls heißt, dass es etwas gibt, das man nicht überschreiten sollte, auch wenn man stetig kurz davor ist. Wer am Limit lebt, hat sich vor langer Zeit Grenzen gesetzt, die er selbst schon längst hinter sich gelassen hat, obwohl er es nie wollte. Denn das Limit ist das Jenseits aller Grenzen. Am Limit bestimmst du nicht mehr über dich selbst, sondern das Limit ist bereits längst Herr über dich.
Ob Pisse das damals gemeint hat, als er die Schachteln Tag für Tag bis unter die Decke in seinen Paketdienstbus gepackt hat? Oder Lucky oder Tingeltangel? Oder ich, Paule Schnack?
Das Ich schleppt sich nur noch. Und freut sich auf die Übertristesse im Alltag. Titties and beer. Das bißchen 95C am Bildschirm gegenüber und das kühle Hopfengold von der Tränke nebenan.
Wer hat uns bloß dahin getrieben. Wer hat das aus uns gemacht.
Titties and beer. Immer noch besser als hammer their heads. Zumindest solange wir nur am Limit leben.
fohlenelf11 - 25. Apr, 14:27
Malle Stock zieht an die Ziehgarette wie so einer von Deprihaus. Wo se die, von die nix mehr können außer sich selbs umtun, wegsperren.
Dat geht immer so: Kippe mit die zittrigen Finger anstecken und dann mit 4 Zügen über die crossen Lippen abglimmen.
Is nich Gesund sowas. Na ja, Haus, Frau, drei Kinder noch nix von alledem abgezahlt.
Malle is - wie ich - einer vonne Conti. Ein Reifenmann, mit Gummi untere swatten Fingernägels.
Geht ja - und wer weiß dat gerade inne heutigen Zeit nicht zu schätzen - nix übern sichern Job. Auffe Contijungs konnten se immer bauen. Pünktlich und fix, wir machen ja nix mal ebenso wech vor uns hin, nur Accord, Acord, Accord, Reifens bis untere Decke. Nech' Malle, dat is schon so Tradition, seit Opa sein erstes Fahrrad gekriecht hat. Dat hatte noch'n Wulstreifen. Weisste überhaupt was'n Wulstreifen is?
Ach Scheiße, heute komm die Franzecken übere Grenze gerauscht. Malle nu Pack doch mal die Kippen wech! Is' Demo heute. Den Westschnellweg werde wir schon nicht dicht machen und vor's neue Rathaus zieh'n wir auch nicht. Is ja unsere Arbeit, unsere Conti.
Die gehört nich die Managers. Glaub doch so was nich. Die gehört uns. Wir haben die gemacht. Weißt dat noch Malle 91, als Pirelli kam? Weißt dat noch? Übernehmen wollten die Itaker uns und wir ham Reifen gerollt wie die Tiere und was war 6 Jahre später? Wat ham wir da? Da ham wir Pirelli zum Frühstück geschluckt. Inne Bild stand das da, als wär das ganz normal! Die wollten uns übernehmen! Wollten wir ja nu nich hin zum Italiener. Haben wir gerissen bis die Knochen brannten, nech Malle?
Wer tut ein dat danken, keiner. Is genau wie se alle immer sagen. Bei're Rumänen woll'n die dat besser haben. Nix haben die da, gar nix besser. Und wir ham unsere Häuser hier stehen und unsere Kinder und nie wat anners gemacht als Reifen von Band zu wuchten. Scheiße dat alles.
Wenn du am Ende bist - ich mein, Malle, am Ende sind wir noch lange nich, was Malle? aber wat soll ein da noch einfallen. Da kanns dir entweder ne Knarre nehmen und ne Kugel durchen Kopp jagen oder aufen Lieben Gott hoffen.
Mensch guck mal Malle, die Franzmänner kommen. Jetzt aber die Trillerpfeifen angeleiert. Dat is unsere Conti. Die nimmt uns so schnell keiner wech, wat Malle? Dat is doch unser zu Hause, unsere Conti.
fohlenelf11 - 23. Apr, 19:28
Ich bin kein CDU-Mann. Jeder der mich kennt, weiß das. Weiß, dass ich ums Verrecken kein CDU Mann bin.
Nun, in dieser Krise könnte man meinen, das schweißt uns alle derart zusammen, dass Parteien und Klientel. Lobbys und Programme egal sind.
Und wirklich, diese Krise gibt Anlass dazu. Diese Krise ist so grundlegend und massiv, dass es einem der Verstand gebietet, über diese Grenzen hinweg zu treten und als Deutscher an ein Ganzes zu denken.
Ich bin ein SPD-Mann und werde immer ein SPD-Mann sein, egal was kommen mag. Ich habe meine Gründe dafür und diese Gründe machen mich offen dafür, als Mitglied der staatstragenden Partei Deutschlands vieles zu ertragen und über vieles hinwegzusehen, Klasse und Programm beiseite zu lassen, wenn es um Prinzipien geht, die unauslöschlich sind. CDU Leute wissen das nicht und können das nicht verstehen. Kollaborateure sind sie, immer gewesen.
Aber wie gesagt, es geht nicht um die alten Wunden, wer für Hitler und wer für...
Jetzt habe ich da Angela Merkel, die bestimmt nicht für Hitler war, denn sie wurde ja im Ulbricht/Honecker Staat geboren, gesäugt und ausgebildet.
Das spielt keine Rolle?
Das lass mal ganz in Ruhe sacken.
Es geht nicht um die Menschen um Ost und West generell, wahrlich nicht, denn viele der aktuell Besten kommen aus dem Osten.
Es geht nur um die Person als Einzelne, die unser Land anführt auf der Basis aller Erfahrungen, die sie bisher gesammelt hat.
Deine Geschichte von der ersten Backpfeife bis zum letzten Walzer kannst du nicht hinten anstellen. Ich jedenfalls kann das nicht.
In der größten Wirtschaftskrise, die ich selbst jemals erlebt habe sind so viele hörbar, aber nicht die sozialistische Taktiererin in Gestalt der Kanzelerin. Die steht hinter den Kulissen. Als Mann bedarf ich etwas mehr Zuneigung, wenn ich das schon aushalten muss.
Ich bin ein SPD Mann und ich möchte mein Land nicht im taktischen Lametieren einer konservativen Mehrheit wissen. Diese gab es hier schon immer und viel zu lang.
Die SPD braucht mehr als 24% unabhängig von Ost und West, denn ohne SPD gibt es in diesem Land nichts wofür es lohnt. Ganz ohne SPD gibt es nur noch Proporz-Wirtschaftsminister und Bildzeitungs-Ministerpräsidenten.
Sollte übrigens irgendwann ein Spitzenpoltiker meiner Partei solch eine Althaus-Schande durchziehen, dann bin auch ich, ein SPD-Mann davon überzeugt, das es in der Politk nur noch schlechte Menschen gibt.
fohlenelf11 - 19. Mrz, 18:14